Aktionswochenende gegen ESCADA´s Pelzverkauf - Zahlreiche kreative Aktionen (mit Bilder)
02.10.2009
Telefon-und E-Mail-Proteste, in Kleidungsstücken versteckte Anti-Pelz-Zettel, intensives Flyern vor den Filialen, Kunstblut, Tierstimmen, Häutungen, Plakate, Sticker... - die Bilanz des Aktionswochenendes vom 24.-27.09.2009, zu dem die Escada-Campaign aufgerufen hatte, ist bunt und vielfältig. Ein deutlicher, vielversprechender Start in die nächste, mittlerweile dritte Herbstsaison der Escada-Campaign.
Proteste gab es deutschlandweit unter anderem in Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und sogar beim Hauptsitz des Unternehmens in Aschheim. Interantionale Unterstützung kam unter anderem aus Italien und den USA.
Schon am Donnerstag begann das Aktionswochenende der Escada-Campaign direkt und kraftvoll: Ein anonymer Aufruf wanderte durchs Internet mit der Aufforderung, sich direkt bei den Verantwortlichen zu beschweren. Unter dem Namen "Initiative persönlich werden" wurden zahlreiche persönliche E-Mail-Adressen und Telefonnummern veröffentlicht und als Verantwortliche für den Pelzverkauf des Unternehmens benannt. Auch die Mitarbeiter_innen in der Hauptzentrale in Aschheim erhielten von einer sich verantwortlich fühlenden Pelzgegnerin per Post ethisch vertretbare Stellenanzeigen, die sich scheinbar Sorgen machte, dass es innerhalb des Insolvenzverfahrens zu Stellenstreichungen und Entlassungen kommen wird (Bericht lesen). In einem Outletstore in Metzingen fanden Kund_innen zwischen den Kleidungsstücken und in Taschen kleine Zettel, auf denen zum Boykott des Unternehmens wegen seiner Verstrickungen in den Pelzhandel aufgerufen wurde. In Berlin wurden zahlreiche Sticker, in Hamburg Anti-Pelz-Plakate verklebt (Übersicht Aktionsberichte).
Kundgebungen vor Filialen von ESCADA gab es auch an diesem Wochenende, in Köln mit 20 Aktivist_innen, in Frankfurt unterstützt von Pelzhäutungsperformances, in Hamburg begleitet von einer Installation aus mit Kunstblut beschmierten Pelzstücken und Audioaufnahmen aus einer Pelzfarm (Bilder und Videos), in Stuttgart wurde Kund_innen von ESCADA-Beschäftigten gar der Eingang verwehrt, da sie sich vorher am Infostand der Demonstrierenden informiert hatten. 40 Personen beteiligten sich in Berlin an einem Protestzug, der bei mehreren Escada- und MaxMara-Filialen vorbeiging und zum Ende mit massiver Repression konfrontiert wurde (Indymedia-Bericht). In Mailand demonstrierten 50 Personen und auch im schicken Beverly Hills wurden Anwohner_innen sowie Tourist_inenn auf den Todeshandel bei ESCADA aufmerksam gemacht (Bericht).
Ob insolvent oder nicht, solange bei ESCADA Pelz verkauft wird, wird das Unternehmen mit Protesten rechnen müssen. Das wurde dieses Wochenende von zahlreichen Aktivist_innen ganz klar bewiesen.
